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15.10.2014, 19:00 Uhr: Bürgerabend Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Richtig vorsorgen, bevor es zu spät ist!

- Wertvolle Tipps von Rechtsanwalt und Justitiar Thomas Sonntag zu wichtigen Vorsorgeaspekten auf unserem Bürgerabend im Oktober -

Was ist, wenn der geehelichte, nicht geehelichte oder verpartnerte Lebensgefährte, ein Großelternteil, das eigene Kind, ein Enkel oder ein lieber Freund oder eine innige Freundin so schwer verunglücken oder dermaßen erkranken, dass sie selbst nicht mehr über die selbstverständlichsten ureigenen Angelegenheiten entscheiden können?

Also was passiert mit einem selbst oder anderen, wenn so etwas passiert?

Entscheidend ist dann die Art der getroffenen Vorsorge. Hat man oder – fatalerweise - nicht, eine Betreuungs-, Patienten- und Organspenderverfügung und vielleicht auch noch eine Vorsorgevollmacht zugänglich abgelegt? Sind diese Dokumente vorhanden und verwertbar, weiß der so Vorsorgende, dass eine Person seines Vertrauens sein weiteres Schicksal in seinem Sinne regeln kann. Andernfalls muss das ein Richter der freiwilligen Gerichtsbarkeit tun, der dann in der Regel geschulte Betreuer und nicht etwa nähere Angehörige einsetzt.

Klar, verständlich und pädagogisch einfühlsam entwirrte der eingeladene Referent Rechtsanwalt Sonntag Sinn und Zweck der für eine praktikable Vorsorge nötigen rechtlichen Hilfen wie den gerade genannten Verfügungsmöglichkeiten und das diskutierfreudige, nachfrageoffensive und auch sachkundige Publikum verdeutlichte seinerseits mit realitätsnahen Einblicken und eigenen Erfahrungen in existentielle Notfallsituationen, dass es die von vielen Zeitgenossen ignorierte Brisanz der Vorsorgeproblematik klar erkannt hat. Die intensive Kommunikation zwischen Referent und Publikum beflügelte beide Seiten und führte zu vielen weiteren Fragen, die den anwesenden Zuhörern dank kompetenter Referentenantworten künftig helfen könnte, viele Um- und Irrwege in solchen Notsituationen zu vermeiden.

Für alle, die nicht dabei sein konnten, ist der folgende Schnellkurs gedacht:

• Durch Betreuungsverfügung wird entschieden, welcher Betreuer des Vertrauens Ihre medizinischen Interessen vertritt
• Durch Patientenverfügung legen Sie die für die behandelnden Ärzte verbindlichen Behandlungsmöglichkeiten fest (beispielsweise keine künstliche Beatmung oder Ernährung)
• Durch die Organspenderverfügung legen Sie fest, ob und welche Organe Sie spenden wollen
• Durch Vorsorgevollmacht legen Sie fest, wer sich im Notfall um ihre Finanzen, Kinder, die Wohnung, das Haustier, Ihre Unterbringung bei Pflegebedürftigkeit und vieles mehr kümmern soll und
• mit Notfallinformationen bestimmen Sie, wer im Notfall informiert und mit wem die behandelnden Ärzte Ihre Behandlung besprechen dürfen.

Aber wie formuliert man all diese hochjuristischen, komplizierten und noch alltagsfernen Sachverhalte in Schreiben, die all das allgemein verständlich regelnd ausdrücken sollen? Man muss die Welt nicht ständig neu erfinden, denn das Bundesjustizministerium der Justiz stellt hierfür die erforderlichen Formulare bereit, in denen nur noch an zutreffender Stelle ein Häkchen gemacht werden muss. Zur Rechtsgültigkeit müssen sie jeweils unterschrieben werden und alle Formulare sollten auch alle zwei Jahre, besser noch alljährlich, zur Erhaltung ihrer rechtlichen Wirksamkeit aktualisiert werden.

Wer es noch einfacher haben möchte, kann auch die Homepage der Firma Inoda (www.inoda.de), in der der Referent tätig ist, anklicken. Auch dort kann man sich ausführlich informieren und interessierende Formulare herunterladen. Bei Bedarf kann man sich auch gegen ein überschaubares Entgelt registrieren und seinen ganzen „Vorsorgekram“ sicher original in Papierform und in einer (elektronischen) Datenbank abspeichern. So ist dann alles jederzeit auch komfortabel aktualisierbar und egal, wo auf der Welt der Notfall eintritt, auch in diesem Fall sind dann alle Originaldokumente jederzeit erreichbar.

Theo Zimmermann

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