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19.03.2015, 19:00 Uhr: Bürgerabend - Braune Tonne ist jetzt Pflicht für alle

Und wann kommt die Tonne in Rosa?

Ein Bürgerabend zur flächendeckenden Einführung der - braunen – Biotonne

Eine rosafarbene Tonne – sie ist noch nicht einmal angedacht – kommt natürlich nicht. Aber und darauf zielte schon bald die Frage eines Zuhörers, wozu brauchen wir denn überhaupt noch eine weitere Tonne? Schließlich gäbe es bereits ausgereifte technische Verfahren, die die aufwändige Mülltrennung überflüssig erscheinen ließen. Geschäftsführer Dr. Thomas Heß von der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) hatte auf diese und viele weitere Fragen, vor allem von Bewohnern von multikulturell belegten Wohnanlagen, schlüssige Erklärungen. Zunächst aber zeigte er in seiner Präsentation am 19.3.15 auf, worum es bei der flächendeckenden Einführung der Biotonne geht.

Getrennte Bioabfallsammlung ist seit dem 1.Januar 2015 kraft Kreislaufwirtschaftsgesetz – einem Bundesgesetz – Pflicht und unterliegt damit dem Anschluss- und Benutzungszwang. Zur Umsetzung dieser gesetzlichen Regelung wird der AWS nach und nach Eigentümer und Hausverwaltungen, die noch keine Biotonne haben, anschreiben und ihnen Biotonnen zur Verfügung stellen. Da Biotonnen – gestaffelt nach Größen – gebührenpflichtig sind, jedoch auch viele Bürger ihre Bioabfälle auf einem eigenen Komposthaufen verwerten können, lässt das Gesetz auch befreiende Ausnahmen von der Biotonnenpflicht vor. Ab Juli 2015 bedient die AWS-Niederlassung Filder die Bereiche Mühlhausen mit Freiberg, Mönchfeld, Hofen und Neugereuth sowie beispielsweise die Stadtteile Bad Cannstadt, Feuerbach und Stammheim, ab 2016 folgen sodann die Stuttgarter Innenbezirke (wie Ost, West, Süd und Mitte sowie Botnang) und ab Mitte 2017 die Filderorte.

Was darf rein in die Biotonne?

Bioabfälle werden bakteriell abgebaut. Deshalb darf dort alles hinein, was diese Tierchen zum Fressen gern haben. Besonders gern wie viele ihre menschlichen Erdenbewohner mögen sie Fettiges aller Art. Dann produzieren sie das für die Energiegewinnung wertvolle Methan. In die Biotonne rein dürfen daher auch sämtliche festen und flüssigen Nahrungs- und Küchenabfälle wie Brotreste, Eierschalen, auch Fleisch, Knochen und Wurst, Käsereste, Kaffeefilter und Teebeutel, Obst- und Gemüseabfälle und sämtliche Gartenabfälle wie Baum-, Hecken-, Strauch und Grasschnitt, Blumen und Unkräuter. Nicht hinein – weil bakteriell ungenießbar - gehören Asche, lackierte oder sonstwie behandelte (also meist giftige) Holzabfälle, mineralisches Käfigeinstreu mit Hinterlassenschaften von Kleintieren, Staubsaugerbeutel und Straßenkehricht.

Sammlung und Leerungsintervalle:

Zum Einsammeln gibt es 60, 120 und 240 Liter-Behälter, die wöchentlich im Teilservice (sie müssen also an die Gehsteige gestellt werden) abgeholt werden.

Handhabung der Bioabfälle:

Bioabfälle sollten insbesondere zur Vermeidung von Ungeziefer gut in Papier verpackt werden, die Biotonne sollte auch zwecks Geruchsvermeidung ausreichend mit Papier ausgelegt werden und an einem schattigen Platz abgestellt werden.

Und wozu das Ganze, siehe Frage am Anfang?

Bioabfälle dienen der Energiegewinnung, daraus können wieder Nährstoffe rückgewonnen und sie können zur Humusbildung verwendet werden. Übrigens: Damit lässt sich Geld verdienen und das verdiente Geld zur Senkung der Müllgebühren nutzen. Ein Mehr an Biomüll führt - frei nach dem Prinzip der TV-Promifamilie Geißen – somit auch zu einen höheren Müllgebühreneinspareffekt!

Theo Zimmerman

Angehängte Bilder: