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15.04.2015, 16:30 Uhr: Bürgerabend - BV on Tour "Besuch der integrierten Verkehrsleitzentrale"

Das „revolutionäre“ Verkehrsmanagement einer einzigartigen Großstadt
– Der BV war on Tour bei der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) und blickte hinter die Kulissen -

Der Verkehr soll möglichst immer fließen, denn jedes zusätzliche Anfahren benötigt zusätzliche Energie, was wiederum die Umwelt zusätzlich belastet. Damit leitete Ralf Thomas, der Leiter der IVLZ, seinen Vortrag ein und lenkte damit zugleich den Blick auf die spezielle und einzigartige Verkehrssituation der Stadt Stuttgart.

Diese liegt bekanntlich in einem Talkessel und macht Verkehrslenkung zu einer echten Herausforderung, weil im Großraum Stuttgart etwa drei Millionen Bewohner leben und davon annähernd zwei Millionen täglich mit Auto, Bus oder Bahn in diesen städtischen Moloch morgens hinein- und abends wieder hinausdrängen. Für Autos, LKW's und Busse stehen dafür etwas 500 Straßenkilometer zur Verfügung und dieses Straßennetz ist aufgrund der Kessellage kaum noch erweiterbar. Diese Verkehre sollen fließen, ansonsten besteht Infarktgefährdung im Großstadtbereich. Das ist eine Aufgabe der IVLZ, sozusagen deren täglich Brot.

Spannungserhöhend und ist ebenfalls alltäglich, wenn sich in diesem Verkehrsnetz Störungen wie Unfälle oder Brände ereignen oder neue Baustellen entstehen. Noch höhere Anforderung stellen sich, wenn eine oder mehrere Großveranstaltungen stattfinden. Dann ist erst recht ein effizientes Verkehrsmanagement gefordert.

Dieses Kommando übernimmt das IVLZ als Hirn, Herz und Arm aller Verkehrsströme und steuert alle verkehrlichen Vorkommnisse unter einem Dach innerhalb eines strategisch-operativen Bereichs. Dabei bilden das Amt für öffentliche Ordnung, das Polizeipräsidium, das Tiefbauamt und die Stuttgarter Straßenbahn AG eben nicht nur einen technischen, sondern auch gegen anfängliches Widerstreben einen integralen organisatorischen Verbund. Das ermöglicht konzentriertes und ereignisgerechtes Eingreifen im passgenauen Umfang von Helfern und Einsatzinstrumenten.

Hierzu steht der IVLZ ein umfassendes Informationssystem zur Verfügung. Dazu gehören Kameras und Messstellen aller Art, mit denen Staus und Unfallsituationen vorab genauer abgeschätzt werden können. Praktisch alle Ampeln sind steuerbar, im Normalfall sind sie tagsüber auf die typischen Anforderungen des Berufs- und Pendelverkehrs programmtechnisch eingestellt, können aber jederzeit auch bedarfsgerecht umgesteuert werden. Durch Verkehrsleittafeln können ferner Verkehrsströme auch gezielt umgelenkt oder deren Geschwindigkeit wegen Staugefahr heruntergesteuert werden.

Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den Medien, um die Verkehrsteilnehmer stets aktuell auf dem Laufenden zu halten.
Neue Möglichkeiten der Verkehrslenkung ergeben sich künftig durch stärkere Vernetzung der Verkehrsmittel untereinander und mit Verkehrszeichen., der Änderung des Verkehrsverhaltens durch optimierte Nutzung von verschiedenen Verkehrsmitteln, also mal Bus- oder Bahnfahren, Carsharingauto nutzen oder per pedes das Ziel ansteuern und vieles mehr.

Bewähren musste sich das IVLZ schon kurz nach seiner Einführung im Jahr 2009 als ein mit flüssigem Aluminium beladener Lastwagen in der Nähe eines bekannten Elektrogroßmarktes umkippte, die B10 und die B 27, Straßenbahn- und Bundesbahnschienen übergoss und das erkaltende Aluminium Straßen- und Bahnverkehr für längere Zeit zum Erliegen brachte. Hier zeigte sich erstmalig, wie wichtig, richtig und hilfreich die Installation einer integrierten Verkehrssteuerung zur Bewältigung eines derartigen Verkehr-GAU's war.

Theo Zimmermann

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