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14.09.2017, 19:00 Uhr: Bürgerabend zur Bundestagswahl 2017 - Im direkten Gespräch mit Ihren Kandidaten

Sechs mal zwei plus sechs mal zwanzig mit den Bundestagskandidaten

Die sechs Bundestagskandidaten des Wahlkreises Stuttgart 2 hatten zwei Minuten Zeit für ihre persönliche Vorstellung und an sechs Tischen für zwanzig Minuten Zeit, um ihre politischen Ziele im nächsten Bundestag vorzustellen und auf Fragen der Bürgerabendbesucher des Bürgervereins Freiberg und Mönchfeld zu antworten. Karin Maag (CDU), Dr. Michael Jantzer (SPD), Volker Weil (FDP), Prof. Dr. Lothar Maier (AFD) und anstelle der verhinderten Kandidaten Dr. Anna Christmann und Bernd Riexinger, für die Andreas G. Winter (GRÜNE) und Johanna Tiarks ( DIE LINKE) kamen, nutzten gerne dieses abwechslungsreiche Gesprächsformat. Im Unterschied zu Podiumsdiskussionen können die Wahlbürger die Kandidaten hautnah in einem Diskurs von Rede- und Gegenrede erleben. Beispiel Dieselgate: Muss ich meinen einjährigen Euro 5 Diesel einmotten oder darf ich auch künftig noch damit in die Innenstadt fahren? Oder der Stuttgarter Verkehrsinfakt: Wie lassen sich die unzähligen Stauprobleme entschärfen? Die politisch gelenkte Verkehrsleitung über die Ampelarmada verhindere grüne Weiterfahrt und produziere ein gefährliches Rotlichtmilieu aus Ampeln, das die Autofahrer zu einem spritfressenden Stop und Go zwingt, moserte einer. Wie geht es mit den Mieten weiter? Können sich bald nur noch Millionäre in Stuttgart und Umgebung eine Wohnung mieten oder Multimillionäre ein Haus kaufen? Trifft mich als Rentner die Absenkung des Rentenniveaus auf etwa 40 Prozent und warum werden gesetzliche Renten überhaupt besteuert? Werden mit den geplanten Vermögens- und Erbschaftssteuerreformen auch die weniger Wohlhabenden geschröpft? Können wir so viele Flüchtlinge nicht nur aufnehmen, sondern auch integrieren und falls ja, wie lange – Jahre oder Jahrzehnte - wird das dauern? Können bald nur noch Reiche medizinische Leistungen in Anspruch nehmen und wie sieht die Pflegeversorgung in einigen Jahren und Jahrzehnten aus? Müssen die Jungen schon in wenigen Jahren einen weit größeren Beitragsanteil an die Rentenversicherung abführen, ohne selbst Aussicht auf äquivalente Leistungen im Alter zu haben? Und: Wer bringt Licht ins Dunkel über die mit Bankenhilfe bandenmäßig aus dem Steuersäckel „geraubten Milliarden aus CUMCUM- und CUMEX-Geschäften“? Wer holt die Milliarden, zehn, fünfzehn oder vielleicht auch fünfzig, von den in- und ausländischen Gaunern zurück?
Solche und viele weitere Fragen trieben den Kandidaten zarte Röte und Schweissperlchen auf die Stirn und manch einer wird froh gewesen sein, dass Zeitlimits galten und nicht bis in die frühen Morgenstunden diskutiert werden konnte. Die Kandidaten suchten jedenfalls redlich nach Antworten, sie verrieten unbekannte politische, wirtschaftliche und technische Hintergründe und packten zuweilen auch recht persönliche Ansichten aus. Ach ja, auch die Nordumfahrung – kommt sie oder doch nicht – wurde wie alle Wahljahre wieder mit Verve aufgetischt.


Theo Zimmermann

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